Monatsspruch März: Jesus antwortete: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien. Lk 19,40Auch in diesen ersten Wochen und Monaten des neuen Jahres 2021 wissen wir noch nicht genau, wie und wie lange es noch so weitergehen wird, dass uns die pandemischeSituation einiges auferlegt und abverlangt. Noch einmal gehen wir ungewiss, aber diesmal schon ein gutes Stück erfahren auf Ostern zu und fasten vieles – vieles davon auch unfreiwillig oder ungern und schmerzhaft. Für eine Fastenzeit nicht ungewöhnlich – und die beginnt ja auch in diesem Jahr wieder 7 Wochen vor Ostern –, aber als Dauerzustand unbrauchbar. Dennoch ist und bleiben die Maßnahmen notwendig, um uns und andere zu schützen – auch vor den neuen Varianten des Virus. Wir wissen daher nicht, ob noch einmal – wie schon im letzten Jahr – nicht nur die Gesänge in den Kirchen weiter schweigen müssen, sondern darüber hinaus nochmals mehr Ruhe einkehren muss. Im Nachdenken darüber begegnet mir der Spruch für den Monat März. Er stammt aus der Erzählung vom Einzug Jesu in Jerusalem wie der Evangelist Lukas ihn erzählt. Dort heißt es, dass die Menge anfing laut zu jubeln und mit Freude Gott zu loben, als Jesus in Jerusalem einzog. Aber es gab auch einige aus dem Kreis der gelehrten Juden, die von Jesus verlangten, dass er die Menge zum Schweigen bringe. Doch Jesus sagte zu den Gelehrten: „Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ (Lk 19,40)„Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!“ riefen die Leute Jesus damals zu. Wer im Evangelium des Matthäus nachschaut (Kapitel 21), der erfährt, dass die Menge damals auch „Hosianna“ rief. Es ist ein alter Ruf, der zugleich Lob und Freude ausdrückt – darüber, dass Gott ein helfender Gott ist; aber „Hosianna“ heißt wörtlich: „Hilf doch!“ Es ist also ebenso eine Hilferuf.Wer demnach seine Hoffnung auf Gott setzt, wie die Menschen damals auf Jesus beim Einzug in Jerusalem, der jubelt und lobt und ruft zugleich um Hilfe. Und Gott wird kommen. Bei dir und bei mir einziehen. Das sagt mir die Erzählung einerseits. Sie sagt mir außerdem, dass selbst dann, wenn wir nicht gemeinsam (zum Beispiel in Kirchen und Gottesdiensten) jubeln und loben und um Hilfe rufe können, wird es Gott dennoch hören. Und er wird kommen. Weil er das Schreien der Steine gehört hat. Oder anders: Gott weiß um unsere Situation. Ganz gewiss.Und dann hoffe ich, dass wir noch ein bisschen barmherzig sein können: mit den Einschränkungen der gegenwärtigen Zeit, mit den damit verbundenen Entscheidungsträger*innen, mit unseren Nächsten, die vielleicht von der Krankheit bedrohter sein könnten als andere. Denn das ist ja schließlich die neue Jahreslosung und hoffentlich ein Los, das wir nicht nur am Beginn dieses Jahres in Zuversicht ziehen: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ (Lk 6,36) Amen. Ihr Pfarrer Sebastian Schirmer