600-Jahr-Feier

600 Jahre Kirchweihe in Pappendorf - ein nicht alltägliches schönes Fest

Das war schon ganz schön aufregend, was da im Vorfeld alles bedacht sein wollte. Es sollte ja auch richtig schön werden, dieses außerordentliche Fest. Dass unser Gotteshaus trotz mehrerer Umbauten 600 Jahre überlebt hat, dass es von Bränden, Stürmen und Kriegseinwirkungen verschont blieb, dafür durfte die große Festgemeinde unserm Gott von Herzen Dank sagen. Und es wurden bei heutigen und ehemaligen Gemeindegliedern Erinnerungen wach an die eigene Kindheit und Jugend, an Christenlehre, Konfi-Unterricht, Trauung oder Taufe der Kinder. So war diese „Kirche im Dorf" auch immer ein Stück Heimat. Und dass sie das sein konnte, dafür brachten im Laufe der Jahrhunderte viele Gemeindeglieder mit großem Gottvertrauen manches Opfer. An einem Gemeindeabend am 22. Mai führte Franz Schubert im bis auf den letzten Platz gut gefüllten „Stall" im Haus „Hoffnung" durch die historischen Höhepunkte. In einer kleinen Festschrift wird diese lange Zeit noch einmal lebendig. Am Freitag, dem 24. Mai, vermittelten die christlichen Dresdener Liedermacher Döhler & Scheufler Mut zum Glauben mit modernen Melodien und eindringlichen Worten. Gottvertrauen und Zuversicht sind in unserer unruhigen Zeit besonders nötig. Am Festsonntag Trinitatis strahlte die Sonne, als wolle Gott einen besonders herzlichen Gruß schicken. Es war der Verdienst unseres ehemaligen Pfarrers Sebastian Schirmer, dass unser Landesbischof Tobias Bilz nach Pappendorf kam. Im Festgottesdienst, der mit majestätischen Klängen der Hainichener und Pappendorfer Bläser und mit festlichen Liedern des vereinigten Chores würdig umrahmt wurde, predigte er. Und er machte uns Mut, auch bei immer kleiner werdenden Gemeinden nicht an der Vergangenheit zu hängen, sondern im Hier und Heute nach vorn zu schauen.

Und erstmalig nach langer Pause erklang wieder unsere schöne Orgel. Hainichens Kantor Stefan Gneuß zeigte sehr eindrucksvoll, was das Instrument leisten kann, wenn ein so hervorragender Organist in die Tasten greift. Mit dem Gesang des altvertrauten Chorals „Nun danket alle Gott" sprach der Chor sicher vielen Besuchern aus dem Herzen.

Nun war Mittagspause angesagt. Bei einem von fleißigen Frauen liebevoll vorbereiteten Suppenmenue und einem leckeren Kuchenbuffet war für jeden Geschmack etwas dabei. Unter einem strahlend blauem Himmel blieben keine Wünsche offen. Im Anschluss gab es die Möglichkeit, an einer Kirchenführung mit Turmbesteigung teilzunehmen, was besonders die Gäste aus dem Umland interessierte. Die gewaltigen Mauern des Turmes lassen nur entfernt erahnen, was unsere Vorfahren vor 600 Jahren geleistet haben. Nun liefen bereits die Vorbereitungen für das Nachmittagsprogramm.

Das christliche Ensemble ADORA aus Burgstädt mit Chor und Band nahm uns mit auf eine Reise in die Vergangenheit. „Neues Land - aus Sachsen nach Amerika" war das von ihnen mit viel Liebe in sehr eindrucksvollen Szenen in historischen Kostümen vorgetragene Musical überschrieben. Im 19. Jahrhundert sahen die Altlutheraner im Raum westlich von Chemnitz nur in der Auswanderung nach Amerika eine Möglichkeit, ihren Glauben gegen modernistische Tendenzen weiter wie bisher leben zu können. Im sonnendurchfluteten schönen Pfarrgarten war es ein nachhaltiges Erlebnis. Und damit gingen die erlebnisreichen Festtage zu Ende. Allen fleißigen Köpfen und Händen, die sich mit viel Liebe für das Fest engagierten, soll herzlich gedankt werden. Ein besonderes Dankeschön geht an den

Ortschaftsrat Pappendorf für die großzügige Unterstützung.   Franz Schubert